Was sind Anleihen und warum werden sie begeben?
Fremdkapital vom Markt: Wie Anleihen funktionieren und wofür sie eingesetzt werden
Was ist eine Anleihe?
Anleihen – auch Rentenpapiere oder Forderungspapiere genannt – sind festverzinsliche Wertpapiere, über die sich Unternehmen, Staaten oder Institutionen Geld am Kapitalmarkt leihen. Der Emittent (Schuldner) erhält Kapital von Anleger:innen und verpflichtet sich, dieses nach festen Konditionen zurückzuzahlen.
So funktioniert eine Anleihe
📌 Der Emittent erhält Kapital
📌 Anleger:innen erhalten Zinsen (auch Coupon genannt)
📌 Am Laufzeitende erfolgt die Rückzahlung – in der Regel zu 100 % des Nennwerts
Arten der Verzinsung
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Festverzinsliche Anleihen: Zins bleibt während der gesamten Laufzeit konstant
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Variabel verzinsliche Anleihen: Der Zins wird regelmäßig angepasst, z. B. auf Basis eines Referenzzinssatzes (z. B. Euribor)
💡 Während der Laufzeit kann sich der Kurs der Anleihe am Markt verändern – abhängig von Angebot, Nachfrage und Zinsumfeld.
Wie werden Anleihen gehandelt?
Anleihen werden nicht in Stückzahlen, sondern in Nominalbeträgen (z. B. 1.000 €) gehandelt.
Die Notierung erfolgt in der Regel als Prozentkurs des Nennwerts:
📈 Beispiel:
Eine Anleihe notiert bei 98 % → Kaufpreis: 980 € je 1.000 € Nennwert
Eine Anleihe notiert bei 102 % → Kaufpreis: 1.020 € je 1.000 € Nennwert
Warum werden Anleihen begeben?
Für Emittenten ist eine Anleihe eine attraktive Alternative zum klassischen Bankkredit:
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✔️ Liquidität durch Kapitalaufnahme am Markt
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✔️ Keine Sicherheiten notwendig
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✔️ Freie Gestaltung von Laufzeit und Zinsstruktur
Besonders größere Unternehmen und Staaten nutzen Anleihen regelmäßig, um Investitionen zu finanzieren oder bestehende Schulden umzuschulden.